#Christchurch

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Die zentrale Frage, die sich nach Terrorangriffen wie in #Christchurch stellt, ist, wie wir als Gesellschaft, Politik und Medien damit umgehen. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer twitterte: „Egal gegen wen sich Hass, Gewalt und Terror richten, am Ende sterben Menschen, verlieren Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Dafür kann es keine Erklärung und darf es nie Entschuldigung geben. Im Gedenken an Opfer in Christchurch nie einen Zweifel daran aufkommen lassen.“

Diese und ähnliche Stellungnahmen seitens der Politik sind bestimmt nicht der richtige Umgang mit dieser Form des Terrors. Man flüchtet sich in Floskeln, statt die Tatmotive beim Namen zu nennen. Wir haben es hier mit einem Terror zu tun, der gespeist wird vom Hass gegen Muslime. Dies muss man auch klar so benennen. Wenn man es nicht beim Namen nennt, wie es Bundeskanzlerin Merkel im Gegensatz zu Kramp-Karrenbauer sehr deutlich gemacht hat, kann man auch nicht das Problem wirklich angehen.

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An der Realität des Islams in Deutschland vorbei

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In Deutschland wird über eine Moscheesteuer diskutiert: So soll sich der Islam von der Einflussnahme ausländischer Staaten emanzipieren. Der Journalist Eren Güvercin hält dieses Mittel für völlig falsch – auch wenn er das angestrebte Ziel unterstützt.

Erst sollte es eine Moscheesteuer sein, die der Staat für „seine“ Muslime erheben soll. Jetzt ist die Rede von der Zakat – der Armenabgabe zu der die Gläubigen verpflichtet sind – , die an den Staat abzuführen ist. Fortan sollen Muslime, wie die Christen, quasi Mitgliedsbeiträge erheben und der Staat würde beim Eintreiben helfen. Klingt einfach, praktikabel und gerecht. Die Vorschläge haben allerdings mehrere Haken. Weiterlesen

Den Identitären zum Trotz: Deutsche Heimat, deutsche Muslime

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Der Begriff eines „deutschen Islam“ hat den Beginn der neuen Auflage der Deutschen Islam Konferenz dominiert. Dabei wird einem sehr schnell klar, dass die unterschiedlichen Akteure etwas anderes in diese Begriffskonstruktion hineininterpretieren.

Ich hatte bereits 2012 in meinem Buch Neo-Moslems – Porträt einer deutschen Generation versucht die Lebensrealität der jungen Generation deutscher Muslime zu beschreiben. Einer Generation, die in Deutschland ihre Heimat sieht und das Migrantendasein und die Vorstellung, in einer Art Diaspora zu leben, lange schon überwunden hat. Diese Realität wollen ganz unterschiedliche Akteure immer noch nicht wahrhaben. Sie flüchten sich in Scheindebatten, weil es ihrem Weltbild nicht passt. Weiterlesen

Auf der Suche nach einem deutschen Islam

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Der Kölner Publizist Eren Güvercin ist Gründer der Alhambra-Gesellschaft. Sie wirbt für einen hier beheimateten Islam und dessen Liaison mit der europäischen Kultur. Für türkische Nationalisten ist Güvercin seitdem nur noch ein Volksverräter. Von Till-Reimer Stoldt.

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Rotes Tuch für türkische und deutsche Nationalisten: Eren Güvercin, Deutscher, Muslim, Türkeistämmiger.

Wilde Träume hat Eren Güvercin. In einem von ihnen sagt er: „Ich bin deutscher Muslim“ – und niemand regt sich darüber auf. Nicht die türkischen Nationalisten, für die ein türkeistämmiger Muslim doch auf ewig Türke bleibt, es sei denn, er begeht Volksverrat. Und ebenso wenig die deutschen Nationalisten, für die ein Türkeistämmiger doch ebenfalls ein Türke bleibt – der das deutsche Volk unterwandert. Natürlich weiß der 38-Jährige, dass es ein weiter Weg ist bis zu diesem erträumten Moment, da ein deutsch-muslimisches Bekenntnis niemanden mehr empört. Derzeit beobachtet er sogar die entgegengesetzte Tendenz: Die Zahl der Nationalisten, für die man nur deutsch oder muslimisch, nur deutsch oder türkisch sein kann, nimmt auf beiden Seiten zu. Im Umfeld der AfD. Und in dem der türkischen Regierung, ihrer Medien und Moscheen. Weiterlesen

Sie lieben den Tod, wie wir das Leben lieben

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Der französische Extremismusforscher Olivier Roy spricht mit Eren Güvercin über den Dschihadismus und die Wurzeln des Terrors sowie über falsche Prämissen aktueller Entradikalisierungsprogramme in Europa.

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Herr Professor Roy, nach jedem Terroranschlag wird der Diskurs in Deutschland von der Forderung dominiert, die Muslime in Europa mögen sich klipp und klar vom Terrorismus distanzieren. Wie beurteilen Sie solche Reaktionen? Sind sie hilfreich? Weiterlesen

Redet nicht mit dem!

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Nie war es leichter, Menschen öffentlich anzuschwärzen, um sie zum Schweigen zu bringen. Unser Autor hat das am eigenen Leib erfahren.

DIE ZEIT Nr. 31/2018

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Im vergangenen Jahr bekam ich eine Einladung zu einer Veranstaltung in einem renommierten Theater. Ich sollte dort mit einer Expertin für Islamische Religionspädagogik über Muslime in Europa diskutieren. Plakate und Flyer waren fertig, die Einladungen verschickt, auch auf Twitter und Facebook wurde die Veranstaltung beworben. Als der Termin näher rückte, ohne dass die Anreisedetails geklärt worden wären, schrieb ich eine E-Mail und schaute bei der Gelegenheit noch einmal auf die Internetseite des Theaters. Mit Verwunderung stellte ich fest, dass mein Name verschwunden war. Zunächst vermutete ich, es sei etwas durcheinandergeraten. Dann bekam ich eine E-Mail mit der Bitte um eine Telefonkonferenz. Weiterlesen

Deutscher Islam – warum nicht?

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Wer und was gehört zu Deutschland? Über Religion wird mit dieser Fragestellung derzeit heftig diskutiert. Der Journalist und Autor Eren Güvercin fordert Muslime hierzulande auf, sich mit dem Gedanken an einen deutschen Islam anzufreunden.

Kürzlich sagte Staatssekretär Markus Kerber vom Bundesinnenministerium, dass es in der neuen Auflage der Deutschen Islam Konferenz unter anderem um die Frage gehen solle, ob es so etwas wie einen „deutschen Islam“ gäbe, und wie dieser aussähe. Eine Antwort könnten nur Muslime selber geben, nicht die Politik. Weiterlesen

Die Abstauber

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Mesut Özil wird in Deutschland rassistisch angegangen. Daraus wollen auch identitäre Kräfte in der Türkei ihr Süppchen kochen

Mesut Özil hat mit seiner Erklärung am Sonntag und seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft eine Debatte losgetreten, die für uns in Deutschland sehr heilsam sein kann – wenn wir diese Debatte denn auch richtig führen. Zwar hat es sich Özil sehr einfach gemacht und sich mit seiner Erklärung aus der Debatte zugleich auch schon wieder verabschiedet –das mögen manche für menschlich nachvollziehbar halten –, aber ich denke, dass er damit seiner Vorbildrolle nicht gerecht wird. Viele fremdstämmige Deutsche haben den Luxus ja nicht, sich als etablierte internationale Marke und Multimillionär zurückzuziehen. Weiterlesen