Was tun gegen Antisemitismus unter deutschen Muslimen?

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Antisemitismus ließe sich vor allem unter Muslimen in Deutschland finden, hat Philipp Amthor (CDU) gesagt und für Empörung gesorgt. Publizist Eren Güvercin kritisiert Amthor, fordert aber: Muslime müssen sich mit dem Thema selbstkritisch auseinandersetzen. Weiterlesen

Die institutionalisierte Form des Vergessens – Brauchen wir eine neue Erinnerungskultur?

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Roger Willemsen sagte in seiner Rede zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus 2002 in Darmstadt: “Die Gefahr besteht, dass gerade unsere Formen des Gedenkens sich vor das Denken geschoben haben und vor die Dinge, derer gedacht werden soll. Die Gefahr besteht, dass jene höhere Unverbindlichkeit, “Vergangenheitsbewältigung” genannt, viel eher eine “Verlegenheitsbewältigung” ist, die uns vor allem sagt: Alles ist gut, so lange Gedenkstunden abgehalten werden, isolierte, von aller Gegenwart befreite rhetorische Übungen mit eigenen pietätvollen Gattungsnormen.”

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz und dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2020 machen sich die Dauernörgler in ihrer aktuellen Folge Gedanken zum aktuellen Zustand der Erinnerungskultur in Deutschland und über die Frage, wie man eine Erinnerungskultur für junge Türkeistämmige und Muslime etablieren kann.

Zum Podcast auf dauernoergler.org:

Episode 8: Die institutionalisierte Form des Vergessens – Brauchen wir eine neue Erinnerungskultur?

Auf Spotify:

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Auf deezer:

https://www.deezer.com/de/show/632482?deferredFl=1

Lesehinweis:Der Bruch im Verborgenen” von Murat Kayman

Alle Jahre wieder… Die Weihnachtsepisode der Dauernörgler

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In dieser Episode zum Jahresausklang gehen die Dauernörgler den Fragen nach: Was machen die Muslime mit dem Weihnachtsfest und was macht das Weihnachtsfest mit den Muslimen? Und ist man automatisch getauft, wenn es beim Besuch auf dem Weihnachtsmarkt regnet?

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Imame „Made in Germany“?

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#Dauernörgler #Podcast

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Ausländische Religionsbedienstete und damit auch Imame sollen künftig bei ihrer Einreise Deutschkenntnisse vorweisen. Ein Trägerverein in Osnabrück soll mit Förderung des Bundesinnenministeriums Imame in Deutschland ausbilden. Diese Entwicklungen der letzten Tage haben das Thema Imame und Imamausbildung in Deutschland wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Im Dauernörgler-Podcast stellen wir die Fragen nach historischer Entwicklung, Bedarfen in den Gemeinden und tatsächlichen Zuständen.

Episode 3: Imame “Made in Germany”?

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Auch auf deezer, Soundcloud und Google Podcasts.

Eure Verbotsdebatten helfen den Falschen!

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In ihrem Wahlprogramm für die österreichischen Nationalratswahlen fordert die ÖVP von Bundeskanzler Sebastian Kurz ein Kopftuchverbot für Kinder bis 14 Jahren und alle Lehrerinnen an öffentlichen Schulen. Auch bei uns in Deutschland werden in regelmäßigen Abständen reflexhaft Verbote gefordert. Auch in diesem Jahr dominierten vor dem Fastenmonat Ramadan Begriffe wie »Kinderfasten« und »Kinderkopftuch« den Diskurs. Der muslimischen Mehrheit ist beides fremd. Es findet sich in den relevanten Quellen auch keine Grundlage dafür, dass Kinder fasten sollten oder junge Mädchen ein Kopftuch zu tragen hätten.

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Krieg als Ausweg

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Zuerst verhandeln, jetzt bekämpfen – auch, weil sich der türkische Präsident Erdogan durch seine aktuelle Kurdenpolitik eine Ablenkung von innenpolitischen Krisen verspricht. Denn damit bedient er tief sitzende Feindbilder in der türkischen Bevölkerung.

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Der Konflikt mit den Kurden ist seit vielen Jahren eines der größten Probleme der Türkei. Seit der Gründung der türkischen Republik wurden der kurdischen Bevölkerung ihre elementaren Rechte vorenthalten. Seit der Gründung der PKK Anfang der 80er-Jahre kommt es im Südosten der Türkei immer wieder zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Die PKK hat dabei Nordsyrien und den Nordirak oft als Rückzugsgebiete genutzt. Militärische Operationen im Nordirak fanden seitdem in regelmäßigen Abständen statt. In Nordsyrien hielt sich die Türkei allerdings zurück, weil im Gegensatz zum Irak dort zunächst ein stabiles Regime herrschte. Weiterlesen

„Bei antisemitischen Stereotypen müssen wir widersprechen“

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Ist der Islam antisemitisch? Wie verändert die Migration die deutsche Erinnerungskultur? Kann Solidarität mit Israel von zugewanderten Syrern oder Irakern verlangt werden? Ein jüdisch-muslimisches Gespräch zwischen dem Historiker Michael Wolffsohn und dem Journalisten Eren Güvercin

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Unlängst wurde bekannt: Der beliebteste Name für neugeborene Babys in Berlin ist Mohammed. Freut Sie das, Herr Güvercin?

Eren Güvercin: Zunächst einmal amüsiert mich die breite mediale Aufmerksamkeit für diese Nachricht. Dann befremdet mich die vorhersehbare Dynamik aus Empörung und Gegenempörung. Obwohl ich Muslim bin, sehe ich das Spektakel aus der Position eines Beobachters. Es betrifft mich eigentlich nicht.

Wie sehen Sie das, Herr Wolffsohn? Manifestiert sich in der zunehmenden Häufigkeit des Jungennamens Mohammed eine schleichende Islamisierung?

Michael Wolffsohn: Das wäre zu einfach. Ich habe zwei Bücher geschrieben über Vornamen als vordemoskopische Indikatoren – einmal über „die Deutschen“, einmal über „die Juden“. Vornamen sind ein gesellschaftlicher Maßstab. Die Häufigkeit muslimischer Vornamen deutet darauf hin, dass die muslimische Gemeinschaft ein starkes, sich von der Mehrheitsgesellschaft abgrenzendes Wir-Gefühl hat. Sie sind zugleich Staatsbürger wie alle anderen und wollen doch nicht so richtig dazugehören. Das war und ist bei Juden ganz anders. Die wählten allgemeine Vornamen. Auf jeden Fall erkennen wir hier eine Herkulesaufgabe für die Integrationspolitik. Weiterlesen

Jüdisch-muslimisches Streitgespräch

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Ist der Islam antisemitisch? Wie verändert die Migration die deutsche Erinnerungskultur? Kann Solidarität mit Israel von zugewanderten Syrern oder Irakern verlangt werden? Ein jüdisch-muslimisches Münchner Gespräch zwischen dem Historiker Michael Wolffsohn und dem Journalisten Eren Güvercin in der aktuellen Ausgabe des Cicero Magazins.

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Eren Güvercin: „Wir dürfen es uns nicht so einfach machen und alle Probleme an Staat und Gesellschaft delegieren. Das machen manche Verbandsfunktionäre gerne. Bei der Vermittlung der deutschen Erinnerungskultur an zugewanderte Menschen mit einem ganz anderen biografischen Hintergrund sollten die Muslime eine Schlüsselrolle spielen. Erinnerungskultur muss verstärkt neu gedacht und konzipiert werden. (…) Wir als muslimische Gemeinschaft tun uns keinen Gefallen, wenn wir sagen, dass es im Islam keinen Antisemitismus gäbe. Das sind Floskeln, die zwar immer wiederholt werden, aber am Ende nicht überzeugend wirken, denn es gibt Muslime, die antisemitisch sind. Ich denke, dass wir als deutsche Muslime eine große Verantwortung haben, neu zugewanderten Muslimen Sensibilitäten unserer Gesellschaft zu vermitteln. Nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern basierend auf der islamischen Lehre und vor dem Hintergrund der besonderen deutschen Geschichte.“

Das vollständige Streitgespräch im aktuellen Cicero Magazin.

Alles wird gut – Was bedeutet Imamoglus Sieg für die Türkei?

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Der Sieg von Imamoglu bei der Wahl in Istanbul war für viele Beobachter nicht wirklich überraschend. Viele hatten darüber gerätselt, wieso es Erdogan darauf ankommen lässt, ein zweites Mal die Wahlen in Istanbul zu verlieren. Man kennt ihn eigentlich als einen Politiker, der aus Wahldämpfern immer die richtigen Lehren zielt und stärker zurückkommt. Aber zum ersten Mal in seiner politischen Karriere hat er einen fatalen Fehler gemacht. Er hat Druck auf den Hohen Wahlrat gemacht, um den ersten Wahlsieg des CHP Kandidaten Imamoglu annulieren zu lassen. Einen Grund für diese Annullierung gab es nicht.

Was nach der Annullierung geschah, hat der CHP in die Karten gespielt, denn Erdogan und die von der AKP gleichgeschalteten Medien führten einen beispiellosen populistischen Wahlkampf gegen Imamoglu. Jedes Mittel war recht, um seine Wahl zum Bürgermeister der wichtigsten Wirtschaftsmetropole des Landes zu verhindern. Was wurde gegen ihn nicht ins Feld geführt? Mal war er ein verkappter Pontus-Grieche, weil seine Familie aus Trabzon am Schwarzen Meer stammte, und mal war er das Projekt dunkler ausländischer Mächte und Terrororganisationen, die aus Istanbul wieder Konstantinopel machen wollten. Man hat in bisher nie dagewesenem Ausmaße die Religion ins Spiel geführt. Gerade die Religionsbehörde Diyanet hat sich bereitwillig für die Instrumentalisierung der Religion zur Verfügung gestellt, Hunderttausende Menschen wurden zu einem Massengebet in freier Luft mobilisiert, die Erdogan auf skrupellose Art und Weise für seine Wahlpropaganda ausnutzte. Ein Sufi-Gelehrter, dessen Schwiegersohn zufälligerweise Aufträge in Millionenhöhe von der Stadt Istanbul zugeschoben bekam, erklärte wenige Tage vor der gestrigen Wahl die Wahlstimmen gegen den Kandidaten der AKP kurzerhand für haram, also religiös nicht erlaubt. Weiterlesen