Redet nicht mit dem!

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Nie war es leichter, Menschen öffentlich anzuschwärzen, um sie zum Schweigen zu bringen. Unser Autor hat das am eigenen Leib erfahren.

DIE ZEIT Nr. 31/2018

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Im vergangenen Jahr bekam ich eine Einladung zu einer Veranstaltung in einem renommierten Theater. Ich sollte dort mit einer Expertin für Islamische Religionspädagogik über Muslime in Europa diskutieren. Plakate und Flyer waren fertig, die Einladungen verschickt, auch auf Twitter und Facebook wurde die Veranstaltung beworben. Als der Termin näher rückte, ohne dass die Anreisedetails geklärt worden wären, schrieb ich eine E-Mail und schaute bei der Gelegenheit noch einmal auf die Internetseite des Theaters. Mit Verwunderung stellte ich fest, dass mein Name verschwunden war. Zunächst vermutete ich, es sei etwas durcheinandergeraten. Dann bekam ich eine E-Mail mit der Bitte um eine Telefonkonferenz. Weiterlesen

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Deutscher Islam – warum nicht?

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Wer und was gehört zu Deutschland? Über Religion wird mit dieser Fragestellung derzeit heftig diskutiert. Der Journalist und Autor Eren Güvercin fordert Muslime hierzulande auf, sich mit dem Gedanken an einen deutschen Islam anzufreunden.

Kürzlich sagte Staatssekretär Markus Kerber vom Bundesinnenministerium, dass es in der neuen Auflage der Deutschen Islam Konferenz unter anderem um die Frage gehen solle, ob es so etwas wie einen „deutschen Islam“ gäbe, und wie dieser aussähe. Eine Antwort könnten nur Muslime selber geben, nicht die Politik. Weiterlesen

Die Abstauber

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Mesut Özil wird in Deutschland rassistisch angegangen. Daraus wollen auch identitäre Kräfte in der Türkei ihr Süppchen kochen

Mesut Özil hat mit seiner Erklärung am Sonntag und seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft eine Debatte losgetreten, die für uns in Deutschland sehr heilsam sein kann – wenn wir diese Debatte denn auch richtig führen. Zwar hat es sich Özil sehr einfach gemacht und sich mit seiner Erklärung aus der Debatte zugleich auch schon wieder verabschiedet –das mögen manche für menschlich nachvollziehbar halten –, aber ich denke, dass er damit seiner Vorbildrolle nicht gerecht wird. Viele fremdstämmige Deutsche haben den Luxus ja nicht, sich als etablierte internationale Marke und Multimillionär zurückzuziehen. Weiterlesen

„Identitäre auf beiden Seiten projizieren ihre jeweilige Gesinnung auf Özils Erklärung“

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Wie blicken Türkeistämmige in Deutschland auf das Özil-Statement? Der Journalist und Autor Eren Güvercin erklärt, warum viele nicht gut auf den DFB-Präsidenten zu sprechen sind und wie die AKP Özils Äußerungen instrumentalisiert.

Wie haben die Türkeistämmigen in Deutschland auf das Özil-Statement reagiert?

Eren Güvercin Vor allem dominieren Reaktionen, die die Doppelmoral dieser seit Monaten hysterisch geführten Debatte anklagen. Es hat viele Menschen vor den Kopf gestoßen, dass bestimmten Medien wie die „Bild“-Zeitung, aber auch DFB-Präsident Reinhard Grindel die Causa Özil als Grund für das WM-Desaster der deutschen Nationalmannschaft angeführt haben. Ganz zu schweigen von der populistischen Instrumentalisierung dieser Debatte durch die AfD. Viele Türkeistämmige sehen in Özil jemanden, der endlich mal diese Dinge beim Namen nennt. Weiterlesen

Doppelherz

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Bei aller berechtigten Kritik legt Mesut Özils Statement den Finger ebenfalls in eine klaffende Wunde: Die offene Gesellschaft ist in keinem guten Zustand

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Ich mag den Fußballer Mesut Özil. Ein hochbegabter Techniker, der vielleicht nicht so spektakulär spielt, aber immer diesen besonderen Blick für brillante Spielzüge und Pässe hat. Und er ist kein Spieler, der sich ins Zentrum stellt und sich inszeniert. In seiner Erklärung hat er zu Recht die mediale Hetze gegen ihn angeprangert – als ob Özil für das Scheitern in der WM verantwortlich war. Er hat zu Recht jene angeprangert, die daraus eine hysterische Debatte über die Türkeistämmigen gemacht haben, wodurch die Ressentiments extrem geschürt wurden. Er hat zu Recht den DFB-Präsidenten Grindel angeprangert, der eigentlich als erster den Hut nehmen müsste. In all diesen Punkten hat Özil recht. Und es ist gut, dass der ansonsten zurückhaltende Özil hier die Stimme erhebt. Weiterlesen

Deutscher Islam?

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Staatssekretär Markus Kerber hat sich in einem Interview zur künftigen Zusammensetzung und auch inhaltlichen Ausrichtung der Deutschen Islam Konferenz geäußert. Neben den Vertretern muslimischer Verbände sollen demnach auch Vertreter der muslimischen Zivilgesellschaft jenseits der Verbände und Einzelpersonen mitwirken. Auf die Frage, ob es einen „deutschen Islam“ gibt und wie er inhaltlich definiert werden kann, könnten „allein deutsche Muslime geben“. Das könne nicht der Staat beantworten, sondern nur Rahmenbedingungen dafür schaffen. Weiterlesen

Bekir Alboga: Klartext nur auf Türkisch

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Die Nachricht des Kölner Stadt-Anzeigers am 4. Mai 2018 über die Bewerbung des DITIB-Funktionärs Bekir Albogas auf eine Kandidatur für die AKP bei den kommenden türkischen Parlamentswahlen sorgte für Aufsehen in Deutschland. DITIB erklärte sofort, dass es sich dabei um eine „persönliche Entscheidung“ Albogas handele, die keinen Bezug zum Verband habe. Auf Medienanfragen reagierte Alboga mit der Stellungnahme, dass er während seiner politischen Tätigkeit seine Ämter bei DITIB niederlege.

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Einen Nerv getroffen

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Mein Beitrag auf Deutschlandfunk Kultur „Ramadan – ein alter deutscher Brauch“ hat seit einer Woche Reaktionen hervorgerufen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Bundestagsabgeordnete der AfD, rechte Trollaccounts und Identitäre in Deutschland, Polen und den USA sind regelrecht in Rage geraten, dass ein deutscher Muslim sich die Frechheit erlaubt hat, etwas über Heimat und Brauchtum zu schreiben. Und das auch noch in einem Kontext zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Die Reaktionen kann ich verstehen, denn diese Zeitgenossen haben Angst davor, nicht die Kontrolle darüber zu haben, was Deutschsein und Heimat bedeutet. Weiterlesen

Phantomdebatte oder reales Problem?

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Serap Güler, Staatssekretärin im Familien- und Integrationsministerium in NRW, hatte mit ihrer Aussage, einem jungen Mädchen das Kopftuch „überzustülpen“ sei „pure Perversion“ und sexualisiere das Kind, eine neue Diskussion über das Kopftuch ausgelöst. Kurze Zeit später äußerte sich auch der NRW-Integrationsminister Joachim Stamp dazu. Selbstverständlich solle jede Frau selbstbestimmt entscheiden, ob sie Kopftuch trägt oder nicht. Diese Selbstbestimmung sei bei Kindern noch nicht vorhanden. „Sie dürfen daher nicht dazu gedrängt werden. Daher sollten wir prüfen, das Tragen des Kopftuchs bis zur Religionsmündigkeit, also bis zum 14. Lebensjahr, zu untersagen“, so Stamp. Über diese Frage wolle er eine Debatte führen, heißt es auf der Facebookseite des Integrationsministeriums. Weiterlesen