Das Islambild in deutschen Medien – Wie denken unsere Talkshowredakteure?

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Reißerische Titel und eine düstere Bildersprache gehören zum gewöhnlichen Repertoire der Medien. Mit dem Islambild, das hierdurch vermittelt wird, beschäftigt sich mein erster Zündfunk Generator-Beitrag.

Zündfunk Generator

Zündfunk Generator: Jeden Sonntag um 22.05 Uhr auf Bayern 2. Mit Autoren, Künstlern, Hackern und Philosophen. Über Literatur und Gesellschaft, das Universum und den ganzen Rest.

Heute wird auf Bayern 2 um 22:05 Uhr mein erstes Radiofeature für Zündfunk Generator gesendet. Das Thema der einstündigen Sendung ist das Islambild in deutschen Medien. Gerade wenn es um das Islambild in den Medien geht, gibt es sowohl unter den in Deutschland lebenden Muslimen aber auch bei Nichtmuslimen eine Unzufriedenheit über die medialen Bilder und Debatten.

Die Beziehung zwischen Medien und den Muslimen ist daher nicht gerade spannungsfrei. Und das nicht erst seit dem Anschlag auf die französische Zeitschrift Charlie Hebdo oder den Pegida-Aufmärschen. Auch ich als muslimischer Journalist bekomme das zu spüren. In den letzten Monaten bekomme ich von meinen muslimischen Freunden und Bekannten immer häufiger die Fragen gestellt: „Warum berichten die Medien immer negativ über uns Muslime?“ Oder: „Du bist Muslim und arbeitest als Journalist. Hast Du überhaupt freie Hand, dass zu schreiben, was Du willst?“ Wenn man sich die Titel der Magazine oder Talkshows der letzten Zeit anschaut, kann man in gewisser Weise diese Bedenken verstehen. Es ist nicht einfach diese Bedenken zu entkräften.

Als muslimischer Journalist ist es in der Tat nicht einfach für große Medien zu schreiben. Es gibt Redakteure, die bewusst den üblichen sogenannten „Islamexperten“ Raum geben. Neue Stimmen, vor allem von jungen Muslimen, müssen sich ihren Platz noch hart erkämpfen. Aber Möglichkeiten gibt es genug. In den letzten Jahren haben viele junge Muslime begonnen über Blogs und Social Media sich gekonnt zu Wort zu melden. Und immer mehr junge Stimmen werden auch von den großen Medien wahrgenommen. Das allgemeine Bild des Islam in den Medien dominieren aber immer noch andere Akteure.

Aber warum ist das so? Warum berichten ‚die Medien’ so, wie sie es tun? Warum treten in Talkshows immer wieder ganz seltsame Figuren auf? Warum bekommen dubiose Prediger wie der Leipziger Salafist Hassan Dabbagh Raum in Talkshows, obwohl er lediglich für eine Handvoll Muslime spricht? Aber auch auf der anderen Seite, der sogenannten „liberalen“ Seite, treten Muslime auf, die für sich in Anspruch nehmen für die sogenannte „schweigende Mehrheit“ zu sprechen, und niemand stellt die Frage, wie man für eine Gruppe, die schweigt, sprechen kann… Extreme dominieren das Islambild, und die breite Mitte der Muslime bleibt zumindest auf der medialen Plattform abwesend.

Was für eine Auswirkung hat dies auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland? Wie gehen Muslime damit um? Und kann man überhaupt pauschal von ‚den Medien’ und einem negativen Islambild sprechen?

Einige Punkte, die im Beitrag angesprochen werden: der unbestimmte „Islamismus“-Begriff und seine verheerende Auswirkung in der Debatte z.B. für Gemeindemitglieder; die Inszenierungen von ‚guten‘ und ‚bösen‘ Muslimen in Talkshows; die Rolle des Verfassungsschutzes in der Islamdebatte und der unkritische Umgang von Journalisten damit; die Aktivitäten von Netzwerken wie der „Achse des Guten“, des Springer-Verlags oder vom „privatisierten Verfassungsschutz“, die gezielt Personen und Organisationen diskreditieren.

Über diese und weitere Fragen habe ich gesprochen mit:

  • Kai Hafez, Kommunikationswissenschaftler und Politologe, lehrt in Erfurt und beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie der Islam in den deutschen Medien dargestellt wird
  • Christian Kolmer untersucht beim Institut Media Tenor seit vielen Jahren das Medien-Image von Religionen und Kirchen
  • Der Hamburger Journalist Albrecht Metzger, der sich seit vielen Jahren mit extremistischen Ideologien in der islamischen Welt beschäftigt. Er schreibt u.a. für Die Zeit, Qantara.de, Deutschlandfunk und DeutschlandradioKultur
  • Sulaiman Wilms, Chefredakteur der Islamische Zeitung. Die Zeitung ist als einziges von Muslimen produziertes Medium jetzt mittlerweile 20 Jahre auf dem Markt
  • Georg Diedenhofen, Redaktionsleiter von „hart aber fair“
  • Yasin Bas, er verfolgt als Politologe und Blogger die muslimische Jugendszene

Den Beitrag kann man online hier hören oder sich als Podcast herunterladen:

http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-zuendfunk-generator.shtml

Das Skript zur Sendung gibt es als PDF hier:

http://www.br.de/radio/bayern2/service/manuskripte/manuskripte-zuendfunk-generator-322.html

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