Doppelherz

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Bei aller berechtigten Kritik legt Mesut Özils Statement den Finger ebenfalls in eine klaffende Wunde: Die offene Gesellschaft ist in keinem guten Zustand

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Ich mag den Fußballer Mesut Özil. Ein hochbegabter Techniker, der vielleicht nicht so spektakulär spielt, aber immer diesen besonderen Blick für brillante Spielzüge und Pässe hat. Und er ist kein Spieler, der sich ins Zentrum stellt und sich inszeniert. In seiner Erklärung hat er zu Recht die mediale Hetze gegen ihn angeprangert – als ob Özil für das Scheitern in der WM verantwortlich war. Er hat zu Recht jene angeprangert, die daraus eine hysterische Debatte über die Türkeistämmigen gemacht haben, wodurch die Ressentiments extrem geschürt wurden. Er hat zu Recht den DFB-Präsidenten Grindel angeprangert, der eigentlich als erster den Hut nehmen müsste. In all diesen Punkten hat Özil recht. Und es ist gut, dass der ansonsten zurückhaltende Özil hier die Stimme erhebt. Weiterlesen

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Deutscher Islam?

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Staatssekretär Markus Kerber hat sich in einem Interview zur künftigen Zusammensetzung und auch inhaltlichen Ausrichtung der Deutschen Islam Konferenz geäußert. Neben den Vertretern muslimischer Verbände sollen demnach auch Vertreter der muslimischen Zivilgesellschaft jenseits der Verbände und Einzelpersonen mitwirken. Auf die Frage, ob es einen „deutschen Islam“ gibt und wie er inhaltlich definiert werden kann, könnten „allein deutsche Muslime geben“. Das könne nicht der Staat beantworten, sondern nur Rahmenbedingungen dafür schaffen. Weiterlesen

Bekir Alboga: Klartext nur auf Türkisch

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Die Nachricht des Kölner Stadt-Anzeigers am 4. Mai 2018 über die Bewerbung des DITIB-Funktionärs Bekir Albogas auf eine Kandidatur für die AKP bei den kommenden türkischen Parlamentswahlen sorgte für Aufsehen in Deutschland. DITIB erklärte sofort, dass es sich dabei um eine „persönliche Entscheidung“ Albogas handele, die keinen Bezug zum Verband habe. Auf Medienanfragen reagierte Alboga mit der Stellungnahme, dass er während seiner politischen Tätigkeit seine Ämter bei DITIB niederlege.

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Einen Nerv getroffen

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Mein Beitrag auf Deutschlandfunk Kultur „Ramadan – ein alter deutscher Brauch“ hat seit einer Woche Reaktionen hervorgerufen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Bundestagsabgeordnete der AfD, rechte Trollaccounts und Identitäre in Deutschland, Polen und den USA sind regelrecht in Rage geraten, dass ein deutscher Muslim sich die Frechheit erlaubt hat, etwas über Heimat und Brauchtum zu schreiben. Und das auch noch in einem Kontext zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Die Reaktionen kann ich verstehen, denn diese Zeitgenossen haben Angst davor, nicht die Kontrolle darüber zu haben, was Deutschsein und Heimat bedeutet. Weiterlesen

Phantomdebatte oder reales Problem?

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Serap Güler, Staatssekretärin im Familien- und Integrationsministerium in NRW, hatte mit ihrer Aussage, einem jungen Mädchen das Kopftuch „überzustülpen“ sei „pure Perversion“ und sexualisiere das Kind, eine neue Diskussion über das Kopftuch ausgelöst. Kurze Zeit später äußerte sich auch der NRW-Integrationsminister Joachim Stamp dazu. Selbstverständlich solle jede Frau selbstbestimmt entscheiden, ob sie Kopftuch trägt oder nicht. Diese Selbstbestimmung sei bei Kindern noch nicht vorhanden. „Sie dürfen daher nicht dazu gedrängt werden. Daher sollten wir prüfen, das Tragen des Kopftuchs bis zur Religionsmündigkeit, also bis zum 14. Lebensjahr, zu untersagen“, so Stamp. Über diese Frage wolle er eine Debatte führen, heißt es auf der Facebookseite des Integrationsministeriums. Weiterlesen

Warum Afrin? Und warum jetzt?

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Um geopolitische Entscheidungen nachzuvollziehen, ist es nie hilfreich, wenn man sich mit einem groben Schwarz-Weiß-Denken an den Sachverhalt annähert. Das kann man sowohl auf Seiten der westlichen Medien aber auch auf türkischer Seite erkennen. Um den Sachverhalt zumindest im Ansatz nüchtern verstehen zu können, muss man die Bereitschaft zeigen, die Komplexität der Lage nachzuvollziehen. Erst im nächsten Schritt kann man den Sachverhalt auch einordnen.

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Beim Thema Antisemitismus überwiegen die Reflexe

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In Berlin versammelte sich nach der Entscheidung Trumps Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen ein antisemitischer Mob, skandierte judenfeindliche Parolen und verbrannte die israelische Fahne. Seitdem haben wir wieder eine Debatte über den Antisemitismus in unserer Gesellschaft. Das suggerieren uns die Wortmeldungen seitens der Politik und Vertreter der Zivilgesellschaft, die wir seit einigen Tagen den Medien entnehmen können.
Aber führen wir wirklich eine Debatte über den vorherrschenden Antisemitismus? Oder arbeiten sich verschiedene Akteure wegen den aktuellen Geschehnissen lediglich oberflächlich und demonstrativ an diesem Thema ab, ohne wirklich sich mit der Problematik zu beschäftigen?  Weiterlesen