Immer auf Kontrolle bedacht

comment 1
Uncategorized

Wie entwickeln sich die Moscheeverbände in Deutschland? Vor allem der steigende Einfluss der Türkei verheißt nichts Gutes

Vor 11 Jahren setzte der damalige Bundesinnenminister Schäuble mit der Deutschen Islamkonferenz ein Zeichen: Die staatliche Zusammenarbeit mit den muslimischen Organisationen sollte eine vernünftige Basis schaffen. Die von Sicherheitsthemen dominierte Agenda und teils fragwürdige Teilnehmer der ersten Runde waren wenig förderlich für ein gesundes Debattenklima. Erst in der dritten Phase der Konferenz nahm die Politik die Einwände der Muslime ernst, man konzentrierte sich – unter dem Eindruck der steigenden Flüchtlingszahlen – vor allem auf das Potenzial der muslimischen Verbände auf dem Feld der sozialen Arbeit. Weiterlesen

Advertisements

Phoenix Runde: „Terror im Namen Allahs – Welche Rolle spielt der Islam?“

Hinterlasse einen Kommentar
Uncategorized

Screenshot_20170616-092230

Wie sind die islamistischen Gewalttaten zu erklären? Hat der Islam ein Gewaltproblem? Wie kann das Misstrauen gegenüber friedlichen Muslimen abgebaut werden?

Anke Plättner diskutiert mit:

– Seyran Ateş (Rechtsanwältin und Autorin)
– Wilfried Buchta (Islamwissenschaftler)
– Prof. Christoph Markschies (Theologe HU Berlin)
– Eren Güvercin (freier Journalist)

Link zur Sendung:

https://youtu.be/zLkoMNNax30?list=PLoeytWjTuSupmIfrZIGG9qihmKYVNck4p

Die Jugend rebelliert

Hinterlasse einen Kommentar
Uncategorized

Die Diskussionen um die DITIB reißen nicht ab. Nach den wochenlangen Diskussionen um die Spitzelvorwürfe gegen einige Imame in den Gemeinden sorgte die Nachricht vom Rücktritt des Bundesjugendvorstands erneut für Schlagzeilen. Überraschend kommt diese Nachricht nicht. Schon seit Längerem gab es Unruhen ­innerhalb der Verbandsjugend. Die aktuelle Entwicklung innerhalb der DITIB und die Ignoranz ihrer Führung gegenüber den eigenen strukturellen Defiziten hat den engagierten ­Jugendvorstand schon länger gestört.  Weiterlesen

Schluss mit dem Technokratenjargon der „Integrationspolitik“

Hinterlasse einen Kommentar
Uncategorized

Das Wahlverhalten der in Deutschland lebenden türkischen Staatsangehörigen beim Verfassungsreferendum haben heftige Debatten nicht nur über diese Gruppe ausgelöst, sondern über die Deutschtürken insgesamt, also auch jene, die gar nicht wählen konnten, weil sie nur die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Denn auch sie werden mit Fragen konfrontiert, ausgehorcht. Ich glaube, wir sind gut beraten, das Ergebnis des Referendums nüchtern zu betrachten und nicht vorschnell in eine Hysterie zu verfallen. Denn trotz des intensiven Wahlkampfs der AKP für die neue Verfassung hier bei uns in Deutschland, trotz der hitzigen Debatten und des Schüren von Stimmungen durch die unsäglichen Nazi-Vergleiche aus Ankara, ist das Ergebnis weniger dramatisch, als manche deutschen Politiker es darstellen, die dies als Vorwand nehmen jetzt alles Mögliche in Frage zu stellen. Von der doppelten Staatsangehörigkeit, über die angeblich fehlende Loyalität der Deutschtürken, bis zur lästigen Frage, ob diese oder jene Türken nun integriert sind oder nicht. Weiterlesen

Der große Verlierer des Referendums ist die AKP als Partei

Hinterlasse einen Kommentar
Uncategorized

Das Ergebnis verwundert nicht, weil es im Wahlkampf nie um die Inhalte der Verfassungsänderung ging, sondern darum die Unterstützer des Nein-Lagers kollektiv als Terroristen, Verräter, Ungläubige und Agenten zu verteufeln. Dafür wurde alles missbraucht: die Religion, verstorbene politische Größen von Atatürk bis Erbakan, der Nationalismus und die Legende, man sei das auserwählte Volk.

Der größte Verlierer dieses Referendums ist die AKP selbst. Denn die AKP regierte lange Jahre mit einer für die Türkei sehr ungewöhnlichen Mehrheit, weil sie die tiefen Gräben in der türkischen Gesellschaft überbrücken konnte. Die AKP stand dafür, Tabus zu brechen und Konflikte zu lösen, die das Land seit langem lähmten. Mittlerweile ist die AKP an einen Punkt gelangt, wo sie alle wichtigen politischen Positionen über Bord geworfen hat. Es ist kein Zufall, dass in den letzten Jahren immer mehr Persönlichkeiten innerhalb der AKP aussortiert wurden, die die Partei in den Anfangsjahren maßgeblich mitprägten. Zurückgeblieben ist ein Kreis opportunistischer Politiker, Unternehmer und Holdingbesitzer, die zu 100 Prozent unterwürfig sind und zu allem Ja und Amen sagen. Nicht weil sie Erdoğan oder die Partei schätzen oder von der Politik überzeugt sind, sondern weil sie wie Apparatschiks nur eins im Sinn haben: sich den vorhandenen Strukturen und Verhältnissen anzupassen und sich ihnen anzudienen, um möglichst großen Profit daraus zu schlagen.

Lange war unklar, ob die Wähler mehrheitlich mit Ja oder Nein stimmen werden. Der Anteil der Unentschiedenen war bis zuletzt hoch. Die meisten Unentschiedenen haben sich offenbar für kurzfristige politische Stabilität entschieden. Denn viele Türken befürchteten, dass eine Ablehnung der neuen Verfassung das Land ins Chaos stürzen würde, was die wirtschaftliche Stabilität gefährdet hätte. Vermutlich haben sich viele Menschen deshalb, trotz ihrer enormen Bedenken, für ein Ja entschieden.

Trotz dieses Sieges ist eins sicher: Die politische Zukunft der Türkei bleibt fragil und unklar, auch wenn nun faktisch alle Macht in den Händen einer Person gebündelt ist. In naher Zukunft könnte das dazu führen, dass sich eine alternative politische Partei neben der AKP formiert. Die Frage wird sein, ob es dafür im neuen Präsidialsystem einen Raum geben wird. Der Wahlkampf der vergangenen Monate deutet eher darauf hin, dass eine neue politische Kraft sofort als ein Projekt der ‚Kreuzfahrer im Westen‘ dämonisiert würde. So würde sich ein Kreis schließen.

Denn als Erdoğan 2001 mit seinem politischen Mentor Erbakan brach und eine eigene Partei gründete, verteufelte dieser seinen politischen Ziehsohn. Erdoğan habe mit der Unterstützung der USA die islamische Bewegung in der Türkei gepalten. Nun ist Erdoğan am selben Punkt angekommen. Hinter jedem Kritiker, hinter jedem Oppositionellen wittert er Machenschaften des feindlichen Westens. Wie Erbakan kann es auch Erdoğan ergehen, eine neue politische Bewegung kann die alte ablösen. Sollte es dazu kommen, hätte die AKP ihr eigenes Schicksal besiegelt.“

http://www.sueddeutsche.de/politik/referendum-in-der-tuerkei-wie-ich-mich-fuehle-ich-denke-wir-wurden-betrogen-1.3465887-3

Raus aus dem geistigen Ghetto

Hinterlasse einen Kommentar
Uncategorized

Die deutsch-türkische Community und die aufgeheizten Debatten im Vorfeld des Referendums in der Türkei. Ein Meinungsbeitrag.

Die aufgeheizten Debatten im Vorfeld des Referendums in der Türkei haben einiges offenbart über die deutsch-türkische Community in Deutschland und den Zustand der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Es hat uns in ein „Wir und Ihr“-Lager zurückgeworfen. Inhalte und Argumente spielten in dieser Lagerbildung kaum eine Rolle.

Auf der einen Seite hat man Politiker und Medien, die sich bereits daran gestört fühlen, wenn Türkeistämmige sich mit Herz und Seele verbunden fühlen mit dem Land ihrer Eltern und Großeltern. Allein dies reicht schon aus, um eine wenig zielführende und hysterische Loyalitätsfrage zu stellen.

Manche Akteure scheinen nicht nachvollziehen zu können, dass hier geborene und aufgewachsene junge Deutsch-Türken immer noch eine besondere Beziehung zur Türkei haben und ganz genau mitverfolgen, in welche Richtung sich das Land ihrer Vorfahren entwickelt. Die Politik in Deutschland hat es in der Vergangenheit versäumt, und versäumt es auch heute, diese jungen Leute mit Loyalitätsforderungen anzusprechen und ihnen auch das Gefühl zu geben, dass sie als politische Verantwortliche sich auch für diese Menschen einsetzen.

Deswegen ist es auch nicht nachvollziehbar, wenn eben jene Politiker sich darüber wundern, dass Erdogan mit seiner Rhetorik Anklang bei vielen Deutsch-Türken findet. Denn bei aller Kritik an seiner Politik kommt er mit seiner Rhetorik bei den hier lebenden Türken an. Das muss man zunächst einmal feststellen, ohne eine inhaltliche Bewertung.

Auch die mediale Debatte hat während den Diskussionen über das Verfassungsreferendum die Entfremdung der Deutsch-Türken verstärkt. Wir erleben momentan einen großen Frust bei vielen Deutsch-Türken über den Umgang deutscher Medien zu Türkei-Themen. Auch diesen Faktor darf man nicht einfach abtun mit der berechtigten kritischen Medienberichterstattung, sondern muss sich die Mühe machen zu fragen, was für einen Effekt die Art und Weise der Berichterstattung hier hat.

Die kritische Selbstreflektion fehlt allerdings nicht nur bei der deutschen Politik und den deutschen Medien, sondern mindestens im selben Ausmaß auch bei vielen Deutsch-Türken. Die Stimmungsmache innerhalb der deutsch-türkischen Community gegen das Land, in dem sie leben, hat Ausmaße erreicht, die uns noch in der nächsten Zeit sehr beschäftigen wird.

Wir haben ein Phänomen von Facebook-Bloggern mit immenser Reichweite, die sich von ihrer Rhetorik und aggressiven Sprache kaum von AfD, Pegida und Co unterscheiden. Sie hetzen gegen Deutschland, den Westen, die „Kreuzfahrernationen“ mit einer derart martialischen Sprache, dass man sich die Frage stellt, was eigentlich ihre Intention ist? Agieren diese Brandstifter auf eigene Initiative oder werden diese Propagandisten unterstützt?

Fakt ist, dass sie eine enorme Reichweite unter den jungen Deutsch-Türken haben. Es ist ein übles Gemisch aus Nationalismus, Pseudo-Religion und eine Form von Rassismus, das da unters Volk gebracht wird. Und insbesondere die deutsch-türkische Community muss sich der Gefahr dieser ideologischen Akteure bewusst sein, denn sie erschweren das künftige Zusammenleben in unserer deutschen Gesellschaft.

Diesen Leuten geht es nicht um eine legitime Kritik an der deutschen Politik oder den deutschen Medien. Ihnen geht es darum, ein Feindbild zu kreieren und zu verbreiten.

Unabhängig davon, wie das Ergebnis am 16. April 2017 nun sein wird, stehen wir in Deutschland vor einer großen Herausforderung. Sowohl die politisch Verantwortlichen in Deutschland, und die Medien, als auch die deutsch-türkische Community müssen sich die Frage stellen, wie man die Situation normalisiert.

Es führt kein Weg daran vorbei, das gemeinsame Gespräch zu suchen, sich die Sorgen der jeweils anderen Seite anzuhören und diese auch ernst zu nehmen. Und die Deutsch-Türken müssen sich die Frage stellen, ob sie sich auch in Zukunft treiben lassen wollen, sei es von Politikern aus Ankara, die wieder Populismus für ihre Wahlen betreiben wollen, oder von politischen Akteuren in Deutschland, die auf dem Rücken der Türken, Muslime etc. Politik betreiben, die darauf hinausläuft, die Gräben zu vertiefen statt zu überbrücken.

Die Deutsch-Türken tun sich keinen Gefallen, wenn sie sich in ein geistiges Ghetto zurückziehen, auf Nationalismus setzen, nur noch Feinde überall wittern und somit die Ausgrenzung ihrer jungen Leute, die hier geboren und aufgewachsen sind, selber vorantreiben. Sie sind momentan auf dem besten Weg, jene Akteure zu bestätigen, die seit Jahren predigen, dass Türken oder Muslime nie ein Teil der deutschen Gesellschaft werden können.

Und das wollen auch manche Politiker aus Ankara. Denn auch sie sind sich bewusst, dass sie nur dann über die Deutsch-Türken jederzeit verfügen können, wenn sie mit nationalistischen Parolen erreichen, dass sie ein Randdasein in der deutschen Gesellschaft fristen.

Um als deutsch-türkische Community nicht zur Spielfigur politischer Interessen zu werden, brauchen wir ein neues Selbstbewusstsein und eine gewisse Emanzipation, um selber zu bestimmen, was uns wichtig ist, und uns dies eben nicht von der Politik diktieren zu lassen. Sei es nun die deutsche oder türkische Politik.

https://www.heise.de/tp/features/Raus-aus-dem-geistigen-Ghetto-3685729.html

Inside Islam? Chance vertan!

Hinterlasse einen Kommentar
Uncategorized

Der Journalist Constantin Schreiber hat sechs Monate lang Freitagspredigten in deutschen Moscheen besucht und ein Buch darüber geschrieben. Er zeigte sich schockiert vom Ton in den Predigten und wie sehr sie die Mehrheitsgesellschaft ablehnen. Er habe dabei nichts Neues herausgefunden, beklagt der Autor Eren Güvercin – und überhaupt werde die Debatte falsch geführt.

Berlin_Sehitlik-Moschee_Innen_1

Innenraum der Sehitlik Moschee in Berlin

Mit seinem neuen Buch „Inside Islam“ hat der Journalist Constantin Schreiber eine Debatte über Deutschlands Moscheen ausgelöst, die uns an die längst überwunden geglaubten, wenig nützlichen und hysterischen Debatten der letzten Jahre erinnert. Auch diesmal erleben wir die üblichen Reaktionen, sei es auf muslimischer Seite oder in der Mehrheitsgesellschaft.

Schreiber hat nicht einmal 20 von rund 2750 Moscheen in Deutschland besucht. Das hindert den Verlag nicht daran, das Buch als „ersten deutschen Moschee-Report“ zu verkaufen. Schon der Titel „Inside Islam“ suggeriert, dass es einen Einblick in etwas Verborgenes verschafft im Stile eines Wallraff’schen Enthüllungsjournalismus. Die Moscheen sind aber keine verborgenen Räume, sondern für jedermann zugänglich. Und auch die Probleme sind nicht neu, sondern hinlänglich bekannt.

Vielen Muslimen, insbesondere den hier geborenen jungen Muslimen ist das Problem bewusst, dass die Freitagspredigten in den Moscheen zu oft an den Lebensrealitäten der Muslime in Deutschland vorbeigehen. Viele Muslime fühlen sich von den Predigten nicht mehr angesprochen, weil sie ihnen keine Impulse für ihren Alltag hier in Deutschland geben. Predigten, die hier gehalten werden, könnten genauso auch in der Türkei oder anderen islamischen Ländern gehalten werden. Der lokale Bezug fehlt leider zu oft.

In Predigten fehlen Impulse für den Alltag in Deutschland

Gerade die Moscheen sind – mit wenigen Ausnahmefällen – nicht die Orte, wo Radikalisierung stattfindet. Aber in nicht wenigen Moscheen können wir eine Art Verkrustung beobachten. Das hat aber nichts mit Extremismus oder Radikalisierung zu tun, wie Constantin Schreiber es darstellt, sondern ist ein gewisser Bruch mit der Lebensrealität. Die Rolle der Freitagspredigt ist eigentlich die, dem gläubigen Muslim Impulse zu geben, was man als Muslim an diesem Ort und in dieser Zeit seiner Gesellschaft geben kann. Genau das schaffen die Predigten in Deutschland nicht, nämlich in Deutschland lebenden Muslimen positiven Impuls zu geben, warum und vor allem wie man sich als Muslim in die deutsche Gesellschaft positiv einbringen kann.

Statt wirklich eine kritische Debatte zu eröffnen, die Muslime zu dieser Debatte einzuladen, und zu fragen, was die Funktion einer Freitagspredigt in einer Moscheegemeinde sein kann, um die Gesellschaft besser zusammenwachsen zu lassen, geht es bei „Inside Islam“ lediglich um Effekthascherei. Das zeigt die Rolle von vermeintlichen Islamexperten wie Dr. Ourghi in diesem Buch. Er soll die Rolle des Experten einnehmen, als jemand, der die muslimische Lebensweise als Gefährdungspotenzial wahrnimmt und ausgrenzende wie stigmatisierende Narrative über Muslime befördert.

Von dieser Art von Debatte hatten wir aber in den letzten Jahren viel zu viele. Wir haben jetzt 15 Jahre lang auf Effekt gesetzt, und jetzt wäre eine Chance gewesen tatsächlich mal inhaltlich alle Parteien auf ein Thema zu fokussieren. Und jene Muslime, die sehr wohl bestehende Probleme erkennen, hätten gerne dieses Thema aufgegriffen und konstruktiv begleitet. „Inside Islam“ erschwert dies, denn Muslime wie Islamwissenschaftler, die durchaus diese Problematik von Predigten, die inhaltlich keinen Bezug zu unserer Gesellschaft haben, kennen, verweigern sich dieser Form der Debatte, weil sie sich nicht an einer unaufrichtigen Diskussion beteiligen wollen.

Constantin Schreiber hätte als eine Stimme von Außen die Chance gehabt auf bestehende Probleme hinzuweisen. Sowohl Teile der muslimischen Community als auch Imame hätten dies als konstruktive Kritik wahrgenommen, und sich die Frage gestellt, was wirklich an dieser Kritik berechtigt ist.

Das Problem, das man eigentlich hätte beschreiben müssen, ist, warum Muslime oft „outside Deutschland“, also außerhalb der Gesellschaft sind, warum sie es nicht schaffen, aus ihrem Glauben heraus etwas der Gesellschaft mitzugeben. Daran sind sie zum Teil mitverantwortlich durch das, was in diesen Freitagspredigten nicht passiert.

Schreibers Buch zerstört jeden Ansatz eines Dialogs

Sowohl bei Muslimen und Nichtmuslimen herrscht ein Missverständnis, das Islam mit Kultur gleichsetzt. Der Islam bringt aber keine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur mit sich, sondern als Muslim kann ich gläubig sein und mich dem jeweiligen Ort und den Gegebenheiten der Zeit anpassen. Die Predigten sind aber immer noch zu oft inhaltlich so ausgerichtet, dass sie Muslimen wie Nichtmuslimen wie Predigten aus einer anderen Kultur erscheinen. Das sollte aber nicht die Botschaft der Predigten sein, sondern sie sollten die Muslime darin bestärken, dass sie ein Teil dieser Gesellschaft sind, und zwar als gläubige Muslime.

Oftmals ist es einfach ein Fremdsein dieser Gesellschaft gegenüber, das nicht überwunden werden kann in der Figur des Imams. Und statt ihm die Tür zu öffnen zu dieser Gesellschaft, schlägt man sie zu und sagt, du willst ja ohnehin nicht hinein und hinderst junge Leute in die Gesellschaft hineinzutreten. Dieses in den Kontext von Radikalisierung zu setzen, zerstört jeden Dialogansatz, und es geht dem Buch auch gar nicht um Dialog, es geht um Anprangerung. Und das prangere ich an.

http://www.deutschlandradiokultur.de/kritik-an-constantin-schreibers-inside-islam-angeprangert.1005.de.html?dram:article_id=383463